Der Dieburger Marktplatz, das Herz der Stadt. Mein nächster Stopp auf der Kreistour zur Landratswahl. Hier treffe ich Barbara, Elvis, Gerhild und Wolfgang vom grünen Ortsverband – mit großem Abstand. „Viel Arbeit“ ist die Antwort auf meine Frage nach den Sondierungsgesprächen nach der Kommunalwahl. Es gibt viele Gespräche in unterschiedliche Richtungen, da verschiedene Mehrheiten denkbar sind. Ende derzeit völlig offen.
Kommunalpolitische Themen gibt es viele in Dieburg: Das vom Landrat gewünschte neue Landratsamt, die Bahnverbindung nach Norden, der Gewässerschutz mit Auenverbund, der neue Waldkindergarten. Aber ganz schnell sind wir beim Thema Schule. Richtig, die geplante Sanierung der Dieburger Schulen hat immer wieder zu Schlagzeilen geführt.
Wir gehen einige Schritte am alten Landratsamt vorbei auf die grüne Wiese „Auf der Leer“. Hier befindet sich die neu gebaute Gutenbergschule, deren künftige Erweiterung auch schon finanziert ist. Ich erkläre nochmal die sogenannte „Schulrochade“ von Alfred-Delp-Schule (ADS) und Goetheschule und den geplanten Neubau eines Multifunktionsschulgebäudes in der grünen Mitte.
Genau hier wo wir stehen, sollen die Naturwissenschaften für mehrere Schulen, die Mensa und andere Gemeinschaftsräume untergebracht werden.
Und nach einem Abriss der alten ADS soll die Goetheschule hier in einen Neubau ziehen, während die ADS in die dann sanierte Goetheschule wandern soll. Die Finanzierung dieser Vorhaben taucht in den kommenden 5 Jahren im aktuell beschlossen Wirtschaftsplan des Kreises leider noch nicht auf.
Und so stehen wir auf der grünen Wiese und diskutieren heftig über die Wahrscheinlichkeit, ob der Landkreis angesichts seiner Defizite in der Lage sein wird, neben den erforderlichen neuen Grundschulen im Kreis, auch diese Großprojekte zu stemmen. „Wie kann das sein, dass unsere Gesellschaft für Schule und Bildung so wenig Geld zur Verfügung stellt?“ fragt Gerhild. Elvis ergänzt: „Dabei plakatieren vor der Wahl alle Parteien für bessere Schulen.“
Der Schulbau des Kreises wird aus der eigens von den Gemeinden erhobenen Schulumlage finanziert.
Und hier sind wir wieder in der Kommunalpolitik vor Ort: Den Städten und Gemeinden fehlt das Geld zur Erhöhung der Schulumlage. Woher nehmen, wenn nicht stehlen, möchte man rufen. So lange die Schulen im Kreis noch so sind wie jetzt, ist ein neues Landratsamt für mich unvorstellbar.
„Viel Glück beim Verhandeln“ rufe ich den Dieburgern zum Abschied zu. Auf der Heimfahrt nach Darmstadt mit dem Fahrrad denke ich darüber nach, warum wir als eines der reichsten Länder der Welt ausgerechnet bei unseren Kindern so sparsam sind.
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Fünf Jahre grüne Initiativen – „Nichtstun ist keine Option“
Zum Abschluss des Kommunalwahlkampfs ziehen Bündnis 90/Die Grünen in Dieburg eine Bilanz ihrer Arbeit in der Stadtverordnetenversammlung. In den vergangenen fünf Jahren hat die Fraktion nahezu 100 Anfragen und Anträge zu zentralen Zukunftsthemen eingebracht – von Klimaschutz und Mobilität über Kinderbetreuung und Bürgerbeteiligung bis hin zu bezahlbarem Wohnraum.
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Kommunalwahl 2026 in Dieburg: Grüne starten Wahlkampf mit klarem Programm
Flyer – Langfassung – Fünf Fragen an Listenplätze 1-10 – Fünf Fragen an Listenplätze 11-20
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Dieburg sind offiziell in den Wahlkampf zur Kommunalwahl am 15. März 2026 gestartet. Mit einem umfassenden Wahlprogramm und engagierten Kandidat:innen setzen sich die Grünen für eine soziale, ökologische und zukunftsfähige Entwicklung Dieburgs ein.
Im Mittelpunkt des Programms stehen Klimaschutz auf kommunaler Ebene, soziale Gerechtigkeit, nachhaltige Stadtentwicklung sowie mehr Bürgerbeteiligung. Ziel ist es, Dieburg lebenswert für alle Generationen zu gestalten – heute und in Zukunft.
„Die Herausforderungen unserer Zeit verlangen klare Antworten und verantwortungsvolles Handeln vor Ort“, betont der Ortsverband. Die Grünen wollen zeigen, dass nachhaltige Politik in Dieburg konkret, umsetzbar und gerecht ist.
Der persönliche Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern ist ein zentraler Bestandteil des Wahlkampfs. Die Grünen sind an mehreren Wahlständen auf dem Dieburger Marktplatz vertreten (7. Februar, 21. Februar und 7. März 2026).
Das vollständige Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2026 in Dieburg sowie Porträts und persönliche Positionen der Kandidat:innen sind hier auf der Website abrufbar. Ergänzend werden Inhalte auf Instagram und Facebook veröffentlicht.
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Der Ortsverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Dieburg hat in seiner jüngsten Sitzung die Kandidat:innen für die Kommunalwahl am 15. März 2026 gewählt.
„ Wir freuen uns über eine starke Liste, 20 Kandidat:innen – paritätisch besetzt, erfahrene und neue Gesichter, alle entschlossen sich für GRÜNE Politik und zur Kommunalwahl zu engagieren,“ so die Vorsitzende des Ortsverbandes, Gerhild Krause.
Angeführt wird die Liste von Kerstin Memminger, der derzeitigen Fraktionsvorsitzenden, gefolgt von Andreas Will, der aktuell für die GRÜNEN im Magistrat Mitglied ist. Gerhild Krause und Christian Grau sind auf den Plätzen 3 und 4 aufgestellt, ein neues Mitglied ist Corinna Weiss auf Platz 5. Sebastian Memminger, Barbara Roos auf den Plätzen 6 und 7, gefolgt auf Platz 8 von Franziska Vath und Platz 9 und 10 von Alexander Schwaßmann und Stephan Weber. Auf den Plätzen 11-20 sind bekannte wie neue Gesichter zu finden.
Die GRÜNEN Dieburg sehen die bevorstehende Kommunalwahl als entscheidende Weichenstellung für die Zukunft der Stadt. „Wir brauchen dringend MEHR GRÜNE Impulse für unsere Stadt. Nur mit einem starken Engagement für gesellschaftlichen Zusammenhalt, für eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung, konsequenten Klimaschutz und innovative Mobilitätskonzepte können wir die Herausforderungen der Zukunft meistern“, erklärt Kerstin Memminger.
Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Demokratie werden weiterhin im FOKUS GRÜNER Politik stehen. Konkret bedeutet das einen konsequenten Einsatz für nachhaltige Stadtentwicklung durch Begrünung und den Ausbau erneuerbarer Energien, den Schutz unversiegelter Flächen, aber auch die Bewahrung des Waldes als Erholungsort. Weiterhin sollen neue, bezahlbare Wohnkonzepte für alle Bevölkerungsgruppen entwickelt und endlich umgesetzt werden, sowie die Förderung kultureller Angebote als wesentlicher Bestandteil des städtischen Zusammenlebens mehr Aufmerksamkeit bekommen. Im Bereich des Verkehrs geht es vor allem um die Sicherheit der Schulwege, um die Schaffung von mehr Platz und Sicherheit für Radfahrende und Fußgänger und die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs.
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